Neujahrskonzert 2018

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Auch in diesem Jahr war das bereits traditionelle Silvester- und Neujahrskonzert des Lionsclub Hohenems und der Musikschule tonart wieder ein voller Erfolg!

Es fehlt ein Schaukastendesign

Mit schönster Rückendeckung

von Christa Dietrich

Der Abstand zur traditionellen, aber durchaus begehrten Programmierung eines Silvester- und Neujahrskonzertes konnte kaum größer sein; um mit einem außergewöhnlichen Angebot zu punkten, holte sich das Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal unter Markus Pferscher zudem die denkbar beste bzw. schönste Rückendeckung, waren hinter den Musikern doch die Sängerinnen und Sänger des von Oskar Egle geleiteten Landesjugendchores „Voices“ postiert. Da niemand Zweifel daran hegen musste, dass die Götzner Bühne Ambach an Silvester wie zu Neujahr ausverkauft ist, stockte man die zwei schon seit Jahren üblichen Termine gleich noch um ein drittes Konzert auf.

An dramaturgischen Effekten hat es nicht gefehlt. Kurz vor der letzten Dämmerung im Jahr 2017 setzte man mit Orffs Fortuna-Chor ein hoffnungsvolles und stimmenstarkes Ausrufezeichen, dem mit dem „Schlittschuhläufer“-Walzer des Elsässers Émile Waldteufel und der „Bluette“-Polka von Johann Strauß Sohn gleich ein paar Rundungen folgten. Mit Brahms empfahlen sich die „Voices“-Sänger als volkslied­erprobt, bevor man sich mit „Even when he is silent“ von Kim André Arnesen zum Gebet versammelte bzw. etwas Besinnlichkeit einbrachte, um im folgenden „The Ground“ von Ola Gjeilo zu beweisen, zu welch wunderbaren Spitzentönen vor allem die Choristinnen fähig sind, die Egle vom Pult aus anfeuerte, bevor er den Platz wieder an Markus Pferscher übergab, der ohne Scheu vor Pathos mit der „Finlandia“ von Sibelius noch einmal souverän aufdrehte.

Bestens aufeinander eingestimmt

Dass Chor und Orchester trotz unterschiedlicher Aufgabenstellung während des Jahres bestens aufeinander eingestimmt sind bzw. dass dem Jahreswechsel-Auftritt eine intensive und sicher auch für weitere Vorhaben gewinnbringende Probenzeit vorausging, zeigte sich auch bei der ersten Zugabe, bot man den „Donauwalzer“ doch mit schwungvoll vokaler Untermalung. Dass sich Pferscher und Egle nach einem zwar lässig anzuhörenden, aber die Interpreten fordernden zweiten Teil dabei auch gleich für die mehrstrophige Variante entschieden, fordert Respekt. Alle Achtung.

Mit unter anderem von den Vorarlbergern Herwig Hammerl, Lukas Müller und Daniel André Vitek arrangierten Songs von Goldplay, Peter Gabriel, Tom Scholz oder David Guetta und Co. wurden die älteren Semester an Zeiten erinnert, in denen sich prominente Sinfonieorchester dazu entschlossen, Pop, Rock und Funk mit dem Sound der Saiteninstrumente aufzumöbeln. Das Jugendsinfonieorchester Mittleres Rheintal hat den Groove drauf, „Voices“ versteht seine Nummern immer wieder effektvoll zu performen, und nicht nur Moderatorin Isabella Pincsek-Huber hat viel Jazz-Feeling in der Kehle, mit Julia Schelling und Julia Kaufmann haben zwei junge Sängerinnen die Möglichkeit, nicht nur an großen Aufgaben, sondern auch unterstützt von ihrem Landesjugendchor und nun auch von einem Jugendsinfonieorchester zu reifen. Keine Frage, dass sich zum Finale ein Bild der Begeisterung bot. (Quelle: VN)